Rainers Rennsport: Das Projekt „Mission Impossible?“
Rainer wollte ursprünglich in einer stärkeren und schnelleren Kategorie, der so genannten Division 2, mit hochmodernen CN Rennsportwagen fahren, wo auch eine komplett neue Technologie zur Anwendung kommen wird. Leider hat sich das Projekt verzögert, und somit kam beim ersten Rennen vom 1. bis 2. Mai am Nürburgring wieder der Crosslé 9s mit Mundschaltung zum Einsatz.
Wie meistens lud die dafür schon berüchtigte Eifel die ca. 400 Rennsportler mit kaltem, windigem und regnerischem Wetter ein. Nur die Motoren hatten Freude, da sie sich bei kühlen Temperaturen am wohlsten fühlen, doch den Fahrern blies ein Wind von 7°C durchs Visier!
Für beide Rennläufe gab es auch zwei Qualifikationen, welche für Rainer gut verliefen und ihm in beiden Fällen jeweils die 3. Startposition erbrachten. Das erste Rennen war dann Aufregung pur, beschleunigten doch 32 Rennwagen mit fliegendem Start auf die erste Kurve zu, eine Spitzkehre.
Die gut präparierten und für das Jahr 2010 frisch revidierten Rennmotoren waren beim ersten Saisonrennen spektakulär hörbar, und das Adrenalin der Piloten nicht weniger spektakulär spürbar. Rainer hatte mittlerweile seine Schwäche beim fliegenden Start ausgemerzt und war direkt im Windschatten der Konkurrenz. Durch extrem spätes Bremsen gelang es ihm, vor der ersten Kurve 4 Konkurrenten auszubremsen, verlor jedoch nach drei Runden langsam an Boden und Positionen. Ab der fünften Runde war ihm klar, warum der Wagen langsamer wurde: Er hatte einen schleichenden Luftverlust am linken Vorderrad. Trotzdem langte es schlussendlich doch noch ganz knapp für den 4. Platz.
Das zweite Rennen begann ähnlich aufregend. Wieder gewann er zwei Plätze durch Ausbremsmanöver und hatte während vier Runden lange und abwechselnde Positionskämpfe. Danach verlor er durch zweimalige Fehlschaltung in den falschen Gang sofort 150 Meter und damit den Anschluss an den auf dritter Position liegenden Fahrer. Beim anschließenden Aufholversuch kam er an den Drittplazierten wieder heran, war jedoch zu schnell in einer S-Kombination und drehte sich. Schnell reversiert ging es zwar ohne grossen Zeitverlust weiter, er konnte jedoch die dritte Position nicht mehr attackieren und ist somit wieder auf der Position 4 durchs Ziel gefahren.
Ein Podestplatz wäre absolut im Bereich des Möglichen gewesen, aber eben nur wäre…
Trotzdem war es ein sehr gutes Renn-Wochenende, gute Leistung und ein gutes Funktionieren der Mundschaltung (bis auf die zwei Verschalter).
Rainer war trotz einem weiteren Lebensjahr in hervorragender physischer Verfassung. Es ist immer wieder erstaunlich, was ein Tetraplegiker mit Hilfe moderner Technologie - clever eingesetzt - leisten kann!
Das Rennen in Spa Francorchamps in Belgien muss Rainer leider auslassen, aber beim nächsten Rennen in Most in der Tschechischen Republik wird er hoffentlich bereits mit dem neuen Rennwagen starten können – wir werden natürlich davon berichten und hoffen auf weitere spannende Rennen!